Donnerstag, 31. Januar 2013

Studiogast zum Thema "Aktuelle Arbeitsmarktzahlen" in der Nachrichtensendung "Der Tag" (Phoenix) am 31.01.2013, 23:00 - 0:00 Uhr
Vorsicht - nackte Zahlen. So könnte man die Gleichzeitigkeit der aktuellen Berichterstattung über den Rentenzugang überschreiben.
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Heute ist auf der Meinungsseite der "taz" ein Artikel von mir erschienen zum Thema öffentlich geförderte Beschäftigung von Langzeitarbeitslosen:

>> Stefan Sell: Ein Plan für echte Jobs.
Lebenslang Hartz IV: Das droht Langzeitarbeitslosen, wenn nicht endlich anders gefördert wird. Eine Antwort auf Helga Spindler, in: taz, 31.01.2013

Die "taz" hatte mir die Gelegenheit gegeben, eine Erwiderung zu schreiben auf einen Gastbeitrag von Helga Spindler, die dort vor ein paar Tagen die neuen Überlegungen und Modelle für einen "sozialen Arbeitsmarkt" - die beispielsweise von SPD und Grünen mittlerweile sogar ins Parlament eingebracht worden sind - als einen "großen Plan für Billigjobs" bezeichnet hat. Den Originalbeitrag von Helga Spindler kann man hier nachlesen.

Anmerkung: Die "Urfassung" für eine vom Kopf auf die Füße gestellte öffentlich geförderte Beschäftigung ist bereits 2010 in dem folgenden Beitrag von mir skizziert worden:

Sell, S. (2010): Die öffentlich geförderte Beschäftigung vom Kopf auf die Füße stellen. Ein Vorschlag für die pragmatische Neuordnung eines wichtigen Teilbereichs der Arbeitsmarktpolitik (= Remagener Beiträge zur Sozialpolitik 10-2010), Remagen, 2010
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=> Als Reaktion auf meinen Artikel in der heutigen Ausgabe der "taz" hat mir Dr. Johannes Kopf, Vorstandsmitglied des österreichischen Arbeitsmarktservice (AMS) den folgenden Hinweis gewittert:
JohannesKopf: @stefansell Integration von LZAL ist zwar schwer, aber wir machen mit sozialökonomischen Betrieben gute Erfahrungen. http://www.bdv.at/fragen-antworten/sozialoekonomische-betriebe/

Mittwoch, 30. Januar 2013

Hier die Pressemitteilung der LIGA der Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege Rheinland-Pfalz vom 30.01.2013:

"Was ist die Leistung der Wohlfahrtsverbände wert – und welchen Wert haben Wohlfahrtsverbände?“ LIGA Rheinland-Pfalz fördert Sozialwirtschaftsstudie, Mainz, 30.01.2013 >> PDF-Datei

Oder lesen Sie die Pressemitteilung hier:

30.01.2013, Mainz

Talkrunde "Die Wohlfahrtsverbände als Wirtschaftsfaktor in Rheinland-Pfalz"
im Rahmen des Parlamentarischen Abends der LIGA der Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege Rheinland-Pfalz im Wappensaal des Landtages Rheinland-Pfalz
Teilnehmer:
- Staatsminister Alexander Schweitzer,
  Minister für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie
- Staatsministerin Irene Alt,
  Ministerin für Integration, Familie, Kinder, Jugend und Frauen
- Staatsministerin Eveline Lemke,
  Ministerin für Wirtschaft, Klimaschutz, Energie und Landesplanung
- Prof. Dr. Stefan Sell, Hochschule Koblenz,
  Leiter der Sozialwirtschaftsstudie für Rheinland-Pfalz
- Regine Schuster, LIGA der Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege

Um 11 Uhr Landespressekonferenz Mainz: Vorstellung der Ziele und der Vorgehensweise bei der Sozialwirtschaftsstudie für Rheinland-Pfalz, deren Ergebnisse im August 2013 vorgestellt werden.

Dienstag, 29. Januar 2013

Wenn es nicht zu traurig wäre, dann könnte man die Meldung "Die Kunden werden immer ärmer. Thüringens Sozialkaufhäuser sind derzeit gefragter denn je - weitere sind bereits in Planung" mit einem gewissen Zynismus kontrastieren mit der Meldung der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK): "Kaufkraft 2013: Deutsche haben 554 Euro mehr".
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Samstag, 26. Januar 2013

26.01.2013, Darmstadt

"Prekäre Beschäftigung, Niedriglohn und Altersarmut"

Vortrag beim Politischen Jahresauftakt der IG Metall Rhein-Main
(Darmstadt/Frankfurt/Mainz-Worms/Offenbach/Wiesbaden-Limburg)

Freitag, 25. Januar 2013

Derzeit ist wieder einiges los auf dem Arbeitsmarkt. Schauen wir uns als ein erstes Beispiel die unbefriedigende Situation mit den Branchen-Mindestlöhnen an. Immer wieder wird über zahlreiche Umgehungspraktiken der Arbeitgeber berichtet, die ihren Beschäftigten den ihnen zustehenden Mindestlohn verweigern. Besonders das Reinigungsgewerbe spielt hier eine unrühmliche Rolle, denn hier findet man sehr häufig illegales Arbeitgeberverhalten. Diese Tage lief im Abendprogramm der ARD der Unterhaltungsfilm "BlitzBlank", in dem es um das besagte Reinigungsgewerbe ging. Am Ende des Filmes wurde dem Zuschauer ein Happy-End präsentiert, der ehemals ausbeuterische Chef hat ein Einsehen und zahlt seinen Mitarbeiter/innen einen besseren Lohn. Direkt im Anschluss wurden die Zuschauer dann im Wirtschaftsmagazin "Plusminus" allerdings mit der Realität konfrontiert.
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Donnerstag, 24. Januar 2013


Interviewpartner im Beitrag „Im Westerwald wurden Langzeitarbeitslose verlost“ des Politikmagazins „Zur Sache Rheinland-Pfalz!“ (SWR-Fernsehen) am 24.01.2013, 20:15 – 21:00 Uhr
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Eine umstrittene Tombola auf dem Bendorfer Weihnachtsmarkt macht Schlagzeilen, denn dort ging es nicht nur um Sachpreise, sondern auch um Dienstleistungen von Langzeitarbeitslosen. Der private Bildungsträger DG Mittelrhein hat sie an Firmen in der Region verlost. 

Mittwoch, 23. Januar 2013


Interviewpartner im Beitrag „Reinigungsfirmen umgehen Mindestlöhne“ des Wirtschaftsmagazins „Plusminus“ (ARD) am 23.01.2013, 22:15 – 22:45 Uhr
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Obwohl im Reinigungsgewerbe mittlerweile Mindestlöhne gelten, umgehen viele Arbeitgeber diese Regelung. PLUSMINUS zeigt im Anschluss an die ARD-Komödie zum Konkurrenzkampf im Reinigungsgewerbe, wie die Realität aussieht.

Sonntag, 20. Januar 2013


Rheinland-Pfalz hat eine Menge zu bieten - neben einer neuen Ministerpräsidentin vor allem guten Wein, lecker Essen und Sozialpolitik-Experten ;-) Jetzt wird dieses Bundesland eingehen in die Geschichte der Fallbeispiele. Denn was sich in dem rheinland-pfälzischen Bendorf zugetragen hat, ist meines Wissens eine bislang beispiellose Konkretisierung für so abstrakte Kategorien wie "Arbeitskraftunternehmer", Vermarktung der eigenen Person, Marktorientierung der Arbeitsvermittlung - und deshalb gleich vorweg ein Plädoyer, die nun folgende Fallbeschreibung nicht sofort in die Rubrik "Sauerei", "Skandal" usw. abzubuchen, sondern die fast schon kristalline Offenlegung herrschender (Un)Verhältnisse am Arbeitsmarkt wahrzunehmen und entsprechend zu würdigen.
Worum also geht es? Ein privater Bildungsträger in Rheinland-Pfalz verlost auf dem jährlichen Weihnachtsmarkt Dienstleistungen älterer Langzeitarbeitsloser über eine Tombola an Firmen aus der Region.
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Samstag, 19. Januar 2013

Wie versprochen wird auf der Facebook-Seite von "Aktuelle Sozialpolitik"  in unregelmäßigen Abständen über die bisherige Entwicklung bei den entlassenen ehemaligen Schlecker-Beschäftigten berichtet. "Hälfte der Schlecker-Angestellten ist noch immer ohne Job" meldet heute das Nachrichtenportal Spiegel Online.
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Freitag, 18. Januar 2013


18.01.2013, Neuwied

„Familie bildet und Familien-Bilder. Zwischen Überforderung und Unterschätzung, mit Idealisierung und Auflösung gemischt“

Vortrag auf einer Veranstaltung der Familienbildungsstätte Neuwied

Mittwoch, 16. Januar 2013

Auf dieser Seite wurde ja bereits mehrfach über das "besondere" Verhältnisse der Kirchen mit ihren Sonderrechten im Arbeitsrecht beispielsweise und der Tatsache einer zumeist vollständigen Finanzierung ihrer Einrichtungen aus Steuer- und Beitragsmitteln berichtet. Darüber kann man durchaus begründet unterschiedlicher Auffassung sein. Aber das, worüber jetzt zu berichten ist, sprengt jeden Rahmen des Zumutbaren: Der Kölner-Stadt-Anzeiger berichtet, dass eine vergewaltigte Frau von zwei Krankenhäusern in katholischer Trägerschaft in Köln abgewiesen worden ist - mit dem "Argument" eines Verbots der Beweissicherung und der "Pille danach"!
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Dienstag, 15. Januar 2013

Interviewpartner im Beitrag "In Deutschland Hui – im Ausland Pfui: Unterdrückt die deutsche Post weltweit Arbeitnehmerrechte?" des Politikmagazins "Report Mainz" (ARD) am 15.01.2013, 21:45-22:15 Uhr
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Interviewpartner im Beitrag "Kritik an verkürzter Erzieher-Ausbildung" in der Sendung "Umschau" (MDR-Fernsehen) am 15.01.2013, 20:15 - 21:00 Uhr
Normalerweise dauert die Ausbildung zur Erzieherin drei Jahre. Weil aber dringend Kräfte gesucht werden, werden Kurz-Ausbildungen angeboten. Sind diese wirklich ausreichend?
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Montag, 14. Januar 2013


14.01.2013, Wuppertal

„10 Jahre Hartz 4 - was hat es gebracht und wo geht es hin?“

Vortrag bei der Mitgliederversammlung der Diakonie Wuppertal

Sonntag, 13. Januar 2013


Eine 24-Stunden Kita trifft einen Nerv der modernen Arbeitswelt: In den vergangenen Monaten wurden zumeist sehr abstrakt über fehlende Kita-Plätze vor dem Hintergrund des anstehenden Rechtsanspruchs auf einen Betreuungsplatz für Kinder ab dem vollendeten ersten Lebensjahr diskutiert und gestritten. Schon hinsichtlich der Zahl der wirklich fehlenden Kita- und Tagespflegeplätze (wobei letztere meistens "vergessen" werden) gibt es erhebliche Unsicherheiten, um das mal vorsichtig auszudrücken. Auf der anderen Seite sind ja durchaus viele neue Plätze in den vergangenen Jahren und gerade am aktuellen Rand aufgrund der Debatte über mögliche Schadensersatzansprüche der Eltern bei Nicht-Einlösung des Rechtsanspruchs ab August 2013 gegenüber den Kommunen entstanden. Wobei hier fast überhaupt nicht (mehr) darüber diskutiert und gestritten wird, um welche Plätze genau es sich denn handelt, weder hinsichtlich der Rahmenbedingungen, mit denen die Kinder und ihre Eltern in den Einrichtungen oder der Tagespflege konfrontiert werden, noch mit Blick auf den Betreuungsumfang dessen, worauf da eigentlich ein Rechtsanspruch besteht.
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Samstag, 12. Januar 2013

In der Online Ausgabe der Tageszeitung DIE WELT wurde gestern berichtet: "Job-Vermittler drängen Arbeitslose in Zeitarbeit". SPIEGEL ONLINE hat heute nachgezogen und das Thema aufgegriffen: "Schnell vermittelt, schnell wieder arbeitslos". Es geht hier um eine Problematik, die den Betroffenen, die praktische Erfahrungen haben mit den Agenturen und/oder Jobcentern, mehr als bekannt sind: Immer mehr offene Stellen, die bei der Arbeitsagenturen oder den Jobcentern gemeldet sind, kommen von Leiharbeitsfirmen. Und offensichtlich befinden sich die Agenturen und Jobcenter in einer win-win-Situation mit den Leiharbeitsfirmen, wenn diese Arbeitslose einstellen - und sei es eben auch nur, was der Regelfall ist, kurzfristig: Denn jede Einstellung bei einer Leiharbeitsfirma gilt als "Integration" in Erwerbsarbeit und bekommt in der Statistik das gleiche Zählungsgewicht wie die oftmals mühsame, auf alle Fälle erheblich aufwendigere Vermittlung in eine normale, unbefristete Beschäftigung in einem normalen Unternehmen.
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Donnerstag, 10. Januar 2013

Man muss kein Fan der verquasten und höchst komplizierten Sprache des Soziologen Niklas Luhmann sein, aber seine erst einmal sehr abstrakt daherkommenden systemtheoretischen Ausführungen zu selbstreferentiellen Systemen und Subsystemen, die oftmals nur mit sich selbst kommunizieren (können) und den Code anderer Systeme nicht verstehen (können), scheinen durchaus in der Realität ihren Niederschlag zu finden. Nehmen wir z.B. das Schulsystem, wenn man hier überhaupt von einem System sprechen darf. In der bildungspolitischen Diskussion kreist ja vieles um das Pro und vor allem Contra des gegliederten Schulsystems und mit Verve werden immer noch die Schulstrukturdebatten geführt. Das soll hier aber nicht interessieren, sondern die in der Realität vieler Schulen egal welcher Couleur beobachtbaren Exklusionsmechanismen, die dazu führen, dass man sich - bewusst oder unbewusst - der problematischen Fälle oder der das System störenden Irritationen zu entledigen versucht. Durch Abstoßung, Aussonderung, Isolierung oder besonders beliebt: der Abgabe an "Experten" für abweichendes Verhalten.
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Dienstag, 8. Januar 2013

Die Europäische Union zerfällt in einen reichen Norden und einen armen Süden. Laut EU-Kommission hat sich dieser Trend in den vergangenen fünf Jahren verschärft. Und das vergangene Jahr 2012 war ein "weiteres miserables Jahr für Europa". EU-Sozialkommissar László Andor zeichnet bei der Vorstellung des Sozial- und Beschäftigungsberichts ein düsteres Bild von den Zuständen auf dem alten Kontinent. Man kann das alles nachlesen im Sozial- und Beschäftigungsbericht der EU-Kommission "Employment and Social Developments in Europe 2012".
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Die Rückschau auf das Jahr 2012 wurde hinsichtlich der Arbeitsmarktentwicklung in Deutschland überwiegend in warmen und weichen Farben gemalt. Von einem deutschen "Jobwunder" war die Rede. Nur in wenigen Beiträgen wurde daran erinnert, dass jede Medaille bekanntlich zwei Seiten hat und dass man schon genauer hinausschauen muss, um das deutsche "Jobwunder" richtig bewerten zu können. Neben vielen anderen "Flecken" auf der gar nicht so weißen Arbeitsmarktweste muss daran erinnert werden, dass hunderttausende erwerbsfähige Menschen schon seit Jahren - und dies ununterbrochen - im Grundsicherungsbezug fest stecken. Und das im Kontext einer bislang hervorragenden Arbeitsnachfragelage auf dem Arbeitsmarkt. Die für Deutschland beobachtbare "Verhärtung" der Langzeitarbeitslosigkeit - auch vorangetrieben durch massive Kürzungen bei den Mitteln wie auch den Möglichkeiten einer Förderung dieser Menschen über sinnvolle Maßnahmen - ist aber auch bei unseren Nachbarn ein Problem. Schauen wir beispielsweise nach Österreich - auch deshalb, weil dieses Land die niedrigste Arbeitslosigkeit in der gesamten EU hat (also gleichsam ein "Jobwunder hoch 2").
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Freitag, 4. Januar 2013

Herrlich - der Arbeitsmarkt und der deutsche "Qualitätsjournalismus", das war und ist eine ganz besondere Beziehung. Diese Tage durften wir wieder einmal die - auf den ersten Blick auch nicht unberechtigten - Jubelmeldungen über das deutsche "Jobwunder" in den Zeitungen lesen. Hintergrund war eine Pressemeldung des Statistischen Bundesamtes, nach der die Zahl der Erwerbstätigen im nun abgelaufenen Jahr 2012 einen erneuten Höchststand erreicht hat.
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Mittwoch, 2. Januar 2013

Das neue (deutsche) Jahr macht leider einfach da weiter, wo das alte mit seinen Betreuungsgeld-, Kita-Desaster-, Rechtsanspruchs- und sonstigen Debatten rund um das Schlachtfeld Kinderbetreuung hätte aufhören sollen: "Kulturkampf um das Kindeswohl - Vom Schaden und Nutzen frühkindlicher Betreuung", so ist die erste Hintergrund-Sendung des Deutschlandfunks in diesem noch sehr frischen Jahr 2013 übertitelt.
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