Montag, 31. Dezember 2012

Mit Blick auf die Arbeitsmarktentwicklung wird ja gerne vom "deutschen Jobwunder" gesprochen. Bekanntlich hat jede Medaille zwei Seiten und viele Kritiker verweisen beispielsweise auf die zunehmenden psychischen Belastungen, denen diejenigen ausgesetzt sind, die einen Arbeitsplatz haben. Die teilweise sehr populär geführte Debatte über die stark steigende Zahl an "Burn-out"-Fällen mag ein Hinweis sein auf die Über- oder Vernutzung von Menschen auf bestimmten Arbeitsplätzen. Zumindest statistisch scheint sich dies belegen zu lassen.
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Samstag, 22. Dezember 2012


Interview zum Thema „Neue Tricksereien in der Leiharbeitsbranche“ in der Sendung „Arbeitsplatz“ (SWR 1) am 22.12.2012, 14-15 Uhr

Freitag, 21. Dezember 2012

Wenn man wenigstens vor den Feiertagen Ruhe hätte vor einer der größten Seuchen der modernen Sozialpolitik, also vor "Reformvorschlägen". Den älteren Semestern ist sicher noch bekannt, dass der Terminus "Reform" etwas Positives ausdrücken sollte und in der Vergangenheit waren mit Reformvorschlägen und tatsächlichen Reformen dann auch meistens Verbesserungen hinsichtlich der Lebenslage der Menschen gemeint und verbunden. Mittlerweile stöhnen viele Menschen und das nicht ohne Grund auf, wenn sie mit Reformvorschlägen konfrontiert werden - meinen diese heute in aller Regel eher eine Verschlimmbesserung der gegebenen Situation, wenn nicht schlichtweg Kürzung vorhandener Leistungen oder Abbau von Leistungsansprüchen. Die neuere Geschichte der "Rentenreformen" kann und muss leider so gelesen werden.
Ein wichtiger Baustein bei den bereits realisierten Leistungskürzungen im umlagefinanzierten Rentensystem war die Einführung von "Abschlägen" bei vorzeitiger Inanspruchnahme von Rentenleistungen.
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Mittwoch, 19. Dezember 2012

In den vergangenen Jahren wurde immer wieder und zunehmend kritisch über die expandierende Leiharbeit in Deutschland berichtet. Seit der Deregulierung der "Arbeitnehmerüberlassung" im Zuge der Umsetzung der "Hartz-Reformen" am Arbeitsmarkt ist die Zahl der Leiharbeiter in Deutschland - lediglich kurz unterbrochen von dem krisenbedingten Einbruch 2008/2009 - stark angestiegen: Von 328.000 im Jahr 2003 bis an die Millionengrenze im laufenden Jahr. In den vergangenen Jahren hat der kritische Blick auf die Arbeitsbedingungen in der Leiharbeit wie auch auf die offensichtliche Instrumentalisierung dieser Beschäftigungsform von Seiten vieler Unternehmen zum Zwecke des Lohndumping dazu geführt, dass die Forderung nach einer Regulierung der Leiharbeit immer lauter geworden sind. Diese Debatte hat dann zur Einführung eines Branchenmindestlohns in der Leiharbeit geführt. Darüber hinaus gab es im Mai dieses Jahres in der Metall- und Elektroindustrie einen Tarifabschluss, der für die in dieser Branche beschäftigten Leiharbeiter ab dem 1. November 2012 die Auszahlung von Branchenzuschlägen vorsieht, die im Frühjahr 2013 weiter angehoben werden sollen und die für Leiharbeiter nach einer sechswöchigen Beschäftigung im Entleihunternehmen eine ordentliche Lohnerhöhung bedeuten - bzw. bedeuten würden, wenn sie denn auch bei ihnen ankommt. Und hier gibt es nun zahlreiche Probleme, auf die von der IG Metall in einem Pressegespräch am 18.12.2012 hingewiesen wurde.
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Sonntag, 16. Dezember 2012

Immer öfter taucht in der gesellschaftspolitischen Debatte der Terminus "Inklusion" auf, wenn es um Menschen mit Behinderungen geht. Zumindest semantisch haben wir also einen gewaltigen Entwicklungssprung gemacht - von anzustrebender "Integ
ration" hin zu "Inklusion" als Zielgröße, denn die meint deutlich mehr als die Integration in eine wir auch immer definierte "Normalität". Im Grunde, das sei hier nur angemerkt, ist "Inklusion" ein gleichsam revolutionäres Konzept. markiert sie doch eine umfassende Veränderung der gesellschaftlichen Strukturen und damit weitaus mehr als die Herstellung von Passungsfähigkeit bei den Menschen mit Behinderungen im Rahmen der "normalen" Strukturen, die sich bei einer Integration nicht verändern müssen, denn angepasst werden die zu integrierenden Menschen.
Nun ist derzeit hinsichtlich der Inklusionsdebatte hier bei uns eine Verengung auf den Bereich der Bildungspolitik und hierbei eine ausgeprägte Schullastigkeit festzustellen, was angesichts der bislang erfolgten Separierung vieler Schüler/innen mit Behinderungen in Sondersysteme im Schulbereich auch nicht überraschen mag - eine Debatte mit den typisch deutschen Ausprägungen "entweder-oder", also alle Kinder in das Regelschulsystem oder Erhalt der Sonder-und Förderschuleinrichtungen, weil das doch besser sei für die Kinder. Wie so oft wird die Wahrheit in der Mitte liegen.
Hier soll es aber gerade nicht um die Schulfrage gehen.
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Freitag, 14. Dezember 2012

Die Bundesagentur für Arbeit schafft Arbeit - eine gute Nachricht, sollte man meinen. Der zweite Blick zeigt aber: Sie schafft vor allem Arbeit für die eigenen Mitarbeiter.
Thomas Öchsner bringt es in seinem Artikel in der "Süddeutschen Zeitung" auf den Punkt:
>> Die zehn Gebote Gottes enthalten 279 Wörter, die amerikanische Unabhängigkeitserklärung 300, die EU-Verordnung über den Import von Karamellbonbons exakt 25.911. Das zeigt: Was wirklich wichtig ist, lässt sich prägnant zusammenfassen. Die Realität sieht in vielen Unternehmen und Behörden meist anders aus. Es wird geschrieben, korrigiert und gemailt, was das Zeug hält. <<
Die Mitarbeiter in den 305 Jobcentern und 176 Arbeitsagenturen werden sich eher mit der EU-Ebene solidarisieren als mit den zehn Geboten. Wie es bei ihnen aussieht, kann man jetzt auf der Basis einer Anfrage im Bundestag etwas genauer nachvollziehen.
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Donnerstag, 13. Dezember 2012


Interviewpartner im Beitrag "Amazon: Hinter den Kulissen des Onlinegiganten" des Wirtschaftsmagazins "Marktcheck" (SWR-Fernsehen) am 13.12.2012, 21:00 - 21:45 Uhr
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Schrumpft sie schon oder stagniert sich noch? Das ist die zentrale Frage, wenn man sich die aktuelle Studienlage anschaut zu der für Deutschland so wichtigen, zugleich aber irgendwie auch konturlosen "Mittelschicht". Eine Studie – im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung vom DIW Berlin und der Universität Bremen erstellt - kommt zu dem Befund, dass sich die Mittelschicht in einen Schrumpfungsprozess befindet, während eine andere Studie – von der Konrad-Adenauer-Stiftung - eine stabile Stabilität ausweist. Nun haben wir an dieser Stelle zwei Optionen: Rückzug in das Lager der bekennenden Defätisten, nach deren (durchaus nicht unplausiblen) Lebensauffassung Statistiken und Studien einen fundamentalen Kaugummi-Charakter aufweisen, mit dem Vorteil, dass man die Ergebnisse in die eine oder eben in die andere Richtung ziehen kann, wie man es braucht. Wer zu dieser Fundamentalisten-Gruppe gehört, der braucht jetzt einfach nicht weiterlesen. Denn die andere Option lautet: Schauen wir einmal genauer hin, warum man zu einer völlig anders gelagerten Aussage kommen kann - und natürlich interessiert auch, wie es denn nun wirklich um "die Mittelschicht" bestellt ist.
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Mittwoch, 12. Dezember 2012

Diese Tage wurde mal wieder eine neue Test-Sau durchs Bildungsdorf getrieben - diesmal waren die Grundschulen dran. Die Ergebnisse der internationalen Grundschulstudie Iglu sind eigentlich ein Weihnachtsgeschenk der testierenden Bildungsforscher an die Schulen, können sich doch die Grundschüler in Deutschland mit einem Platz im oberen Drittel behaupten. Und das, obwohl mittlerweile 25 Prozent mehr Kinder mit Migrationshintergrund in den Schulen sind als noch im Jahr 2001. Natürlich kamen auch gleich wieder die Berufsnörgler, die darauf hinweisen, dass es aber Länder gibt, die noch besser sind und vor allem: Neben der Tatsache, dass weiterhin ein Fünftel der Grundschüler ohne ausreichende Lese-und Rechenfähigkeiten in die Sekundarstufe I geschickt werden, gibt es auch am oberen Rand, bei den besonders begabten Kindern ein Problem der Nicht- oder Mangelförderung ihrer Potenziale.
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Montag, 10. Dezember 2012

Ach die Statistik - immer wieder gut für eine leider nicht selten fragwürdige Meldung. Hier soll jetzt nicht der angebliche statistische Befund analysiert werden, dass für repräsentativ ausgewählte Frauen der Genuss einer Tafel Schokolade mehr Glücksgefühle auslöst als Sex. Das wäre dann doch zu profan und der sozialpolitische Bezug kann auch nur mit einigen Schwierigkeiten hergestellt werden. Bleiben wir lieber in dem ergiebigen Feld der Arbeitsmarktstatistik. Auf Spiegel Online erscheint regelmäßig die Kolumne "Mythen der Arbeit", in der der Leiter des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), Joachim Möller, eine Statistik-Aufklärung für interessierte Leser betreibt. In der neuen Ausgabe geht es um eine spannenden Frage: "Hartz-IV-Empfänger sind alle schon lange arbeitslos - stimmt's?"
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Die Minijobs sind und bleiben ein Problem auf dem Arbeitsmarkt, das durch die Entscheidung der Bundesregierung, im kommenden Jahr die bisherige 400 Euro-Grenze auf 450 Euro anzuheben, noch verschärft wird. Wir reden hier über eine erhebliche Größenordnugn auf dem deutschen Arbeitsmarkt: Die Sta- tistik der Bundesagentur für Arbeit zählt derzeit über 7,4 Mio. Minijobs, davon 2,5 Mio. im Nebenjob.
Schon seit langem stehen die geringfügigen Beschäftigungsverhältnisse in der Kritik - arbeitsmarktlich, weil sie verzerrende Effekte bei der Wahl der Art und Weise der Beschäftigungsverhältnisse durch Arbeitgeber haben, frauenpolitisch, weil vor allem Frauen im Zusammenspiel mit dem Steuersystem diese Beschäftigungsform wählen (müssen), sozialpolitisch, weil man mit dieser Beschäftigung keine vernünftige Absicherung erreichen kann. Und immer wieder wurde darauf hingewiesen, dass die 400 Euro-Jobs auch reguläre - also "richtig" sozialversicherungspflichti
ge Teilzeit- oder Vollzeitbeschäftigung - verdrängt. Zu dieser Frage hat nun das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit eine neue Studie vorgelegt.
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Samstag, 8. Dezember 2012

Die Sozialpolitik beschäftigt sich bekanntlich mit Lebenslagen von der Wiege bis zu Bahre. Ob Kinderbetreuung oder Altenpflege - mit all diesen Themen muss sich der Sozialpolitiker auseinandersetzen. Und auch mit - für viele Menschen - abseitigen Themenfeldern, wie beispielsweise dem Strafvollzug. Dies nicht nur hinsichtlich der Frage, warum jemand im Knast landet (man denke hier nur an die vielen zumeist jungen Inhaftierten, die als Folge ihrer Drogenabhängigkeit und der damit aufgrund der Illegalisierung verbundenen Beschaffungskriminalität hinter Gittern landen), sondern auch mit Blick auf die (immer noch) in den Gesetzen vorgeschriebene "Resozialisierung" nach der Haft als Aufgabe der Bewährungshilfe.
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Freitag, 7. Dezember 2012

Rente, drohende Altersarmut - auch wenn es unangenehm ist, man muss sich mit diesen Themen auseinandersetzen, vor allem angesichts der Flut von (scheinbaren) Lösungsvorschlägen, die sich derzeit seitens der Parteien über die Bevölkerung ergießt. Speziell zu den Vorschlägen der Parteien - die übrigens alle auf eine Vermeidung und/oder Verringerung der vorhandenen und vor allem der drohenden Altersarmut fokussieren, aber so gut wie nichts sagen zu der Rentenentwicklung bei den ganz "normalen" Arbeitnehmern, die es Gott sei Dank ja auch noch gibt - hat der Bundesverband der Rentenberater jetzt eine Bewertung vorgelegt unter der bezeichnenden Überschrift: "Reformstau bei der Rente – Regierung und Opposition lassen Kernfragen unbeantwortet".
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Montag, 3. Dezember 2012


03.12.2012, Neuwied

„Die aktuelle und zukünftige Rentenpolitik zwischen Lebensleistung und Altersarmut“

Vortrag auf der Delegiertenversammlung der IG Metall Neuwied

Samstag, 1. Dezember 2012

Wenn man etwas damit beginnt, dass man schreibt: "Eigentlich ist es ganz einfach", dann folgt zumeist das relativierende, zuweilen sogar das den Sachverhalt in sein Gegenteil verkehrende "aber leider in der Praxis nicht" sofort. Genau so verhält es sich mit dem Begriff "Inklusion", der jetzt überall und immer öfter verwendet wird - und gerade hier ist ein "eigentlich, aber leider ..." mehr als angebracht.
Denn "eigentlich" ist der Sachverhalt eindeutig: Seit dem Jahr 2009 ist die "UN-Behindertenrechtskonvention" nach der Ratifizierung auch in Deutschland eine gültige Rechtsvorschrift. Mit dieser Konvention verbunden ist die Aufforderung an die ratifizierenden Staaten, z.B. für ein "inklusives Schulsystem" zu sorgen.
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